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Drawing Now Paris 2026

Wenn Zeichnungen von Wirtschaftswelten erzählen

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Vom 26. bis 29. März 2026 fand im Carreau du Temple die „Drawing Now Paris“ statt, die führende Messe für zeitgenössische Zeichenkunst. Diese Ausgabe war geprägt von einer neuartigen Zusammenarbeit mit dem Collectif Art Farber, das einen thematischen Rundgang präsentierte, der sich den Darstellungen wirtschaftlicher Welten in der zeitgenössischen Kunst widmete.

 

Die Initiative verdeutlichte, wie die zeitgenössische Zeichenkunst wirtschaftliche, industrielle und gesellschaftliche Realitäten reflektiert, interpretiert und sichtbar macht – und dabei unmittelbar mit den Fragestellungen der Kultur- und Kreativwirtschaft verbunden ist.

Eine Podiumsdiskussion an der Schnittstelle zwischen Kunst und Wirtschaft

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit fand die Podiumsdiskussion „Gibt es eine Art‑Faber‑Zeichnung?“ statt. Künstlerinnen und Künstler, Kulturakteure sowie Vertreter kultureller Institutionen diskutierten die engen Verflechtungen zwischen künstlerischer Praxis und wirtschaftlichen Strukturen.

 

Eröffnet wurde die Diskussion von Christine Phal, Gründerin der Drawing Now Paris, sowie Pr. Dr. Jérôme Duval-Hamel, Präsident des deutsch-französischen Beirat für Kultur- und Kreativwirtschaft und Mitglied des Präsidiums der AHK Frankreich.

 

An der Diskussion beteiligten sich:

  • Laure Tixier, Künstlerin
  • Grégory Desauvage, Kurator am Museum der Schönen Künste in Lüttich
  • Emmanuel Tibloux, Direktor der École nationale supérieure des arts décoratifs – Paris

 

Die Moderation übernahm die Journalistin Alison Moss.

Kunsthochschulen zwischen industriellem Erbe und zeitgenössischer Praxis

Die Gespräche beleuchten insbesondere die Geschichte der Kunsthochschulen, die eng mit der industriellen Entwicklung ihrer Region verknüpft ist. Weit entfernt von jeder karikaturistischen Sichtweise wiesen die Redner auf die Komplexität dieser Beziehungen hin.

 

So wurde etwa das Beispiel Saint‑Étienne genannt: eine Stadt, die historisch vor allem durch die Waffenindustrie geprägt ist. In ihrer Kunstschule wurde unter anderem die sogenannte Fleur‑Klasse unterrichtet – ein Motiv zur Verzierung der Griffe von Schusswaffen. Dieses Beispiel verdeutlicht die komplexe Verbindung von Ästhetik und Industrie.

 

Ähnliche Zusammenhänge finden sich auch in Bourges, wo die dortige Kunsthochschule aus dem industriellen Kontext der Stadt hervorging. Heute unterrichtet Laure Tixier dort Skulptur und Volumen und steht sinnbildlich für die Verbindung von industriellem Erbe und zeitgenössischer künstlerischer Ausbildung.

 

Wie Emmanuel Tibloux betonte, ist die Realität von Widersprüchen, Spannungen und Komplementaritäten geprägt. Ziel sei es nicht, Gegensätze wie Blumen und Waffen einander gegenüberzustellen, sondern Denkweisen zu fördern, die diese Komplexität erfassen und reflektieren können – ein Ansatz, der dem Selbstverständnis der Kultur‑ und Kreativwirtschaft in besonderer Weise entspricht.

 

Anlässlich dieser Kooperation veröffentlichte Beaux Arts Magazine gemeinsam mit Art Faber eine Sonderausgabe mit dem Titel „Wenn die Zeichnung wirtschaftliche Welten erzählt“. Die Publikation wurde im Rahmen des Abends auf der Messe verteilt.

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