Der 26. deutsch-französische Ministerrat fand am 16. und 17. Juli 2026 in Brühl unter dem gemeinsamen Vorsitz von Friedrich Merz und Emmanuel Macron statt. Als letztes bilaterales Treffen vor den französischen Präsidentschaftswahlen 2027 stand die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit im Mittelpunkt der Diskussionen.
Müsste man nur drei Kernbotschaften mitnehmen, wären es diese: mehr wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, mehr Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigung und Sicherheit sowie eine engere Verbindung zwischen Franzosen und Deutschen.
Im wirtschaftlichen Bereich bekundeten Paris und Berlin ihren Willen, die europäische Industrie durch gezielte Förderung von Spitzentechnologien – künstliche Intelligenz, Halbleiter, Quantentechnologien und Batterien – zu stärken.
Keine starke Wirtschaft ohne Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität: Vereinfachung der Regulierung, Förderung von Innovation und Stärkung der europäischen Industrie gehörten zu den Prioritäten.
Was den Binnenmarkt betrifft, sprachen sich beide Regierungen für einen Abbau der Bürokratie und eine Strategie zum Schutz vor unlauteren Praktiken aus.
Schließlich betreffen die Perspektiven für die Unternehmen vor allem die Energiefragen, die ein Schlüsselfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit und von zentraler Bedeutung für die deutsch-französische Zusammenarbeit sind: der europäische Energiemarkt, Wasserstoff oder auch die Dekarbonisierung der Industrie. Ein weiterer wesentlicher Hebel für Innovation ist die Forschung.
In diesem Bereich erscheint eine Stärkung der deutsch-französischen und europäischen Zusammenarbeit mehr denn je notwendig, unterstützt durch gezielte Investitionen in strategische Sektoren.
Laut der Analyse von Paul Maurice, Generalsekretär des Forschungsausschusses für deutsch-französische Beziehungen (Cerfa) am Französischen Institut für internationale Beziehungen (Ifri), „Angesichts der aktuellen Schwierigkeiten muss der deutsch-französische Motor zu einem pragmatischen Steuerungsinstrument werden, das an die Entwicklung der bilateralen Beziehungen angepasst ist“.
Weiterführende Informationen:
Lesen Sie die Schlussfolgerungen des 26. Deutsch-Französischen Ministerrats auf der Website des Élysée-Palasts und der Bundesregierung.
Kurz zusammengefasst: Der Deutsch-Französische Ministerrat
Am 22. Januar 2003, anlässlich des 40. Jahrestags des Élysée-Vertrags, riefen Jacques Chirac und Gerhard Schröder den Deutsch-Französischen Ministerrat (CMFA) ins Leben. Er tagt ein- bis zweimal jährlich abwechselnd in Frankreich und in Deutschland und bringt Staats- und Regierungschefs sowie Minister beider Länder zusammen, um die bilaterale Zusammenarbeit auf höchster Ebene zu koordinieren. Seit 2019 begleitet der DMR zudem die Umsetzung des Aachener Vertrags und seiner 15 vorrangigen Projekte.