Brancheninformationen

Hier finden Sie eine Auswahl aktueller Brancheninformationen zum französischen Markt.

Deutschland und Frankreich sind wichtige Wirtschaftspartner

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Nach den Angaben des Deutschen Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) belief sich der Handel zwischen Deutschland und Frankreich im Jahr 2017 auf insgesamt 169 Milliarden Euro (+4,1% gegenüber Vorjahr). Deutschland bleibt Frankreichs wichtigster Handelspartner weltweit, Frankreich ist Deutschlands zweitwichtigster Handelspartner in Europa und weltweit Nummer vier nach China, Niederlande und den USA.

Deutschland führte im Jahr 2017 Güter im Wert von 105 Milliarden Euro nach Frankreich aus (+4,1%). Die Importe aus Frankreich betrugen 65 Milliarden Euro (-2,3%). Im Jahr 2017 hat Deutschland seinen Handelsbilanzüberschuss zu Frankreich um 15,8% gesteigert, er lag bei 41 Milliarden Euro. Deutschland war im Jahr 2017 mit 208 Projekten der zweitgrößte erwerbsschaffende Direktinvestor in Frankreich, nach den USA (230 Projekte), und vor Italien (96 Projekte). Nach Angaben von Business France haben deutsche Unternehmen 5789 Arbeitsplätzen in Frankreich geschaffen, das sind 22% mehr als im Vorjahr. Generell sind die deutschen Investitionen um 9% im Vergleich zu 2016 gestiegen.

Business France verzeichnet im letzten Jahr 1298 Investitionsprojekte in Frankreich (+16%), 33489 Arbeitsplätze sind entstanden oder erhalten worden (+11%). Es wurde vor allem wieder in den produzierenden Sektor investiert, 44% der geschaffenen Arbeitsplätze entstanden dort. Deutsche Investitionen stellten 16% der ausländischen Investitionsprojekte in Frankreich dar. Von den 208 Investitionsprojekten sind 27% industrielle Produktionsstätten. 17% der gesamten deutschen Investitionen verzeichnet der Handelssektor, 12% der Automobilsektor und 11% der Maschinenbau. Diese drei Wirtschaftsbranchen verbuchen 60% der geschaffenen Arbeitsplätze. Die deutschen Investitionen 2017 konzentrierten sich auf die Regionen Grand Est (23%), und Ile-de-France (23%).

Die deutsche Präsenz in Frankreich wird von der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer und Business France auf derzeit rund 4500 deutsche Unternehmen mit über 310 000 Beschäftigten geschätzt. Die Banque de France geht von einem deutschen Kapitalstock von 60,5 Mrd. Euro aus.

Wirtschaftsausblick - Frankreich (Mai 2018)
Frankreichs Wirtschaft wächst wie bereits im Vorjahr auch 2018 dynamisch weiter. Günstige Finanzierungskonditionen und ein hoher Modernisierungsbedarf treiben die Investitionen an. Höhere Löhne und neue Arbeitsplätze dürften den Konsum beflügeln. Die rege Investitionstätigkeit kommt deutschen Exporten nach Frankreich zugute.

Digitalisierung & Industrie 4.0

Frankreich kann bei Industrie 4.0 in der Softwareentwicklung punkten
Das Thema Industrie 4.0 genießt auch in Frankreich einen hohen Stellenwert. Allerdings sind die Hürden für Unternehmen zum Teil höher als in Deutschland. So ist der Automatisierungsgrad in der Industrie gering und der Maschinenbau schwach entwickelt. Gleichzeitig ist das Land stark in der Softwareentwicklung und verfügt über eine innovative Startup-Szene mit einem Schwerpunkt in der Datenanalyse und Simulationstechnik.

Industrie 4.0
Frankreich bietet deutschen Unternehmen einen interessanten, dynamischen Markt in der Industrie 4.0 mit wachsenden Branchen, zahlreichen Förderungsmaßnahmen in innovative Schlüsseltechnologien und einer starken Marktposition innerhalb des Informations- und Kommunikationstechnologiesektors.
Eine AHK Zielmarktanalyse finden Sie hier.

Erneuerbare Energien & Energieeffizienz

Frankreich fördert Wasserstoffwirtschaft mit 100 Millionen Euro
Die französische Regierung hat einen Maßnahmenplan zur Förderung der Wasserstoffwirtschaft verkündet. Bis 2023 sollen 10 Prozent des in der Industrie produzierten Wasserstoffs aus erneuerbaren Quellen stammen. Ab 2019 werden 100 Millionen Euro an Krediten für Projekte in der Industrie, zur Speicherung von Energie und für die Umstellung des Transports auf Wasserstoff bereit gestellt.

Frankreich erleichtert Selbstversorgung mit Solarstrom
Nach Windkraft, Biogas und Wasserstoff hat die französische Regierung am 28. Juni 2018 ihr Maßnahmenpaket für die Förderung der Solarenergie vorgestellt. In den kommenden Wochen soll ein Plan mit Ausbauzielen nach Energieträgern bis 2027 folgen. Danach dürfte Klarheit herrschen, wie und bis wann das Ziel, den Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung auf 50 Prozent zu senken, erreicht werden soll und welche Rolle den erneuerbaren Energien dabei zukommt.

Französischer Markt für Wärme- und Kältetechnik zieht wieder an
Der Aufschwung im Wohnungsmarkt in Frankreich hat 2017 auch den Markt für Wärme- und Kältetechnik belebt. Dies geht aus der Jahresbilanz des Verbands Uniclima hervor. Die Aussichten sind auch 2018 gut und die Konjunkturbeschleunigung könnte die Renovierungspläne der Privathaushalte antreiben. Veränderte staatliche Fördermaßnahmen könnten ab 2019 den Markt für Biomassekessel und Wärmepumpen befeuern.

Frankreich: Energieeffizienz in der Industrie
Die französische Industrie ist mit den Einsparmaßnahmen konfrontiert. Der industrielle Sektor verzeichnet über 20% des gesamten nationalen Energieverbrauchs und gehört somit zu den größten Energieverbrauchern. Die Verbesserung der Energieeffizienz stellt das einfachste Mittel zur Reduktion der Treibhausgasemissionen dar, um eine sichere und nachhaltige Energieversorgung zu garantieren und die energetische Unabhängigkeit zu verbessern. Eine AHK Fachstudie dazu finden Sie hier.

Gesundheit & Medizintechnik

E-Health und innovative Medizintechnik in Frankreich
Mit dem nationalen Programm E-Health 2020, hat das französische Gesundheitsministerium im Jahr 2016 eine Initiative gestartet, die die Digitalisierung der Gesundheitsbranche in den nächsten Jahren beschleunigen will. Ziel dieses Projektes ist es die Digitalisierung der Gesundheitsbranche zu fördern. In diesem Sinne sollen Projekte wie das digitale Krankenhaus (hôpital numérique) und die Telemedizin (télémedicine) gefördert werden.
Eine AHK Fachstudie dazu finden Sie hier.

Branche kompakt: Frankreichs Medizintechnikeinkäufer müssen sparen
Frankreich ist weiter ein interessanter Markt für deutsche Anbieter von Medizintechnik. Die Regierung will in den kommenden vier Jahren mit Investitionen von 5 Milliarden Euro die Digitalisierung im Gesundheitssektor anstoßen. Ein Teil davon wird in die Modernisierung der technischen Ausrüstungen fließen. Allerdings muss die Sozialversicherung 2018 erneut Einsparungen vornehmen, die auch vermehrt die Medizintechnik betreffen.

Transport, Logistik & Mobilität

Frankreich will Kaufanreize für Elektroautos bis 2022 verlängern
Die französische Regierung hat am 22. Mai 2018 ein Übereinkommen mit der im Land ansässigen Automobilindustrie geschlossen. Danach soll der Absatz reiner Elektroautos bis Ende 2022 das Fünffache des Niveaus von 2017 erreichen. Dazu hat die Regierung zugesagt, bis 2022 Kaufanreize zu schaffen und den Aufbau von Ladesäulen stärker zu unterstützen.

Frankreich investiert in die Erneuerung der Bahnnetze
In den kommenden Jahren werden Investitionen in die Erneuerung des französischen Bahnnetzes deutlich ansteigen. Insgesamt sollen bis 2026 voraussichtlich rund 47 Milliarden Euro in die Bahninfrastruktur fließen. Mit den Investitionen will die Regierung zugleich den hochverschuldeten Netzbetreiber SNCF Réseau sanieren. Durch zahlreiche Projekte ergeben sich gute Geschäftschancen für Anbieter von Bahntechnik.

Elektromobilität Frankreich: Kaufanreize treiben den Markt an
Der französische Markt für Elektrofahrzeuge ist nach Norwegen und vor Deutschland der zweitgrößte in Europa. Das Wachstum hat sich 2017 vor allem aufgrund von Modellwechseln abgeschwächt. Die im weltweiten Vergleich großzügigen Kauf- und Abwrackprämien und absehbare Einschränkungen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor sollten den Markt weiter antreiben.

Elektromobilität Frankreich: Ladeinfrastuktur noch ausreichend
Frankeich verfügte Anfang 2018 mit einer Ladesäule je 6,8 Elektrofahrzeuge über eine ausreichende Ladeinfrastruktur. Schwachpunkte gibt es derzeit aber bei der geografischen Verteilung und bei der Anzahl privater Ladepunkte und öffentlicher Schnellladestationen. Zahlreiche europaweite Initiativen für Schnellladekorridore wollen in den kommenden Jahren in Frankreich Standorte erschließen. 

Automarkt in Frankreich weiter auf Erholungskurs
Der Umsatz auf dem französischen Markt für Pkw wird nach Prognosen des Unternehmens AAA Data 2018 um 4 Prozent zulegen. Das Verbrauchervertrauen ist hoch, eine Verschrottungsprämie wird gut angenommen und die Flottenverkäufe wachsen. Die Entwicklung im zweiten Halbjahr ist indes unsicher. Durch neue Zulassungsprüfungen, die in der Europäischen Union (EU) einheitlich gelten, könnten höhere CO2-Abgaben für einige Modelle anfallen und die Nachfrage schwächen. 

Frankreich will Vorreiterrolle bei autonomem Fahren einnehmen
Frankreich will die Rahmenbedingungen für autonomes Fahren verbessern. Dazu hat die Regierung im Mai 2018 ein Strategiepapier vorgestellt. Ab 2019 sollen Experimente mit vollautonomen Fahrzeugen leichter möglich sein. Noch im Juni 2018 will die Regierung einen Aufruf für entsprechende Tests starten und diese mit bis zu 40 Millionen Euro fördern.