Aus Sicht deutscher Unternehmen gewinnt Frankreich wieder an Attraktivität.

Die Deutsch-Französische Industrie- und Handelskammer veröffentlicht in Zusammenarbeit mit EY die Ergebnisse der sechsten Auflage der Studie „Deutsche Unternehmen in Frankreich: Geschäftslage, Einschätzungen und Erwartungen 2018-2020“.

Aus Sicht deutscher Unternehmen bietet Frankreich effektive Vorteile, welche aus dem Nachbarn wieder einen attraktiven Partner machen. Diese Studie hebt eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Aussichten in Frankreich hervor: die deutschen Unternehmen haben das Vertrauen in Frankreich wiedergefunden und nehmen deutliche Veränderungen des wirtschaftlichen und politischen Umfelds wahr. Das Image sowie die Attraktivität des Landes haben sich stark verbessert, auch die eigene Wirtschaftslage wird deutlich besser eigeschätzt als noch vor zwei Jahren. Die Erwartungen an Unternehmensinvestitionen und die Entwicklung der Anzahl an Arbeitskräften fallen sehr positiv aus.

„Die neue Attraktivität von Frankreich liegt in seiner hohen Innovationskraft, in den Reformen und dem Willen, Digitalisierung und künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt der Entwicklung zu stellen.“ erklärt Jörn Bousselmi, Geschäftsführer der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  1. Heute sind 78% der Unternehmen mit ihrem französischen Geschäftsergebnis zufrieden, gegen 55% im Jahr 2016.
  2. Frankreich poliert sein Image bei deutschen Investoren wieder auf: Im Jahr 2018 beurteilten 90% der deutschen Unternehmen die französische Wirtschaftslage als zufriedenstellend oder gut (gegenüber 41% im Jahr 2016).
  3. Optimismus deutscher Investoren für ihre Aktivitäten auf langfristige Sicht: 54% der deutschen Unternehmen erwarten kurzfristig eine positive Entwicklung ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten, 56% schätzen die mittel- und langfristige Entwicklung ebenfalls positiv ein.
  4. Gute Perspektiven für Investitionen und Schaffung von Arbeitsplätzen: 43% der deutschen Unternehmen planen auf französischem Boden zu investieren. Viele prognostizieren außerdem Einstellungen in Frankreich.
  5. Rund 50% der deutschen Investoren stellen in den Bereichen Innovation und digitaler Wandel weiterhin hohe Erwartungen an Frankreich.
  6. Deutsche Investoren erwarten eine weitere Flexibilisierung des französischen Arbeitsmarktes. Ihrer Ansicht nach sollte auch das Arbeitsrecht zunehmend vereinfacht werden, um die Attraktivität Frankreichs weiter zu steigern. Der Mangel an Technikern wird hervorgehoben, ebenso wie die Modalitäten ihrer Ausbildung, die verbessert werden könnten.

Deutsche Unternehmen beurteilen die eingeleiteten Reformen insgesamt optimistisch und positiv. Sie begrüßen die neue Effizienz und Reformbereitschaft der Regierung, sind sich aber einig, dass diese Reformen nur in Zusammenarbeit mit anderen Ländern und insbesondere mit Deutschland durchgeführt werden können. Sie sind sich weiterhin bewusst, dass die Auswirkungen nicht sofort spürbar sein werden, dass einige komplexe Themen (Renten, Schuldenabbau, Harmonisierung des Steuersystems) noch zu klären sind, und dass die Veränderungen nicht so ausgeprägt sein werden, wie sie es sich wünschen würden.

Für die deutschen Unternehmen stehen die deutsch-französischen Beziehungen im Mittelpunkt der europäischen Integration. Sie sind heute in einer multipolaren, sich wandelnden Welt, mehr denn je gefragt, um der Europäischen Union neue Impulse zu geben und Populismus und Nationalismus entgegenzuwirken.

„Das neue Bild, das Frankreich vermittelt, ist eine echte Chance für eine Erneuerung Europas. Angesichts der Unsicherheiten, die sich aus einem instabilen internationalen Kontext ergeben, kann der Erfolg nur mit Hilfe Europas und insbesondere einer starken deutsch-französischen Partnerschaft erzielt werden. Dies erfordert mehr Entgegenkommen und Einhaltung der Verpflichtungen zur langfristigen Wiederherstellung des gemeinsamen Vertrauens.“ betont Serge Guérémy, Partner bei EY.

Mit gut 4 500 Unternehmen in Frankreich ist Deutschland der zweitgrößte ausländische Investor im Hexagon und sichert damit rund 312 000 Arbeitsplätze. Alle zwei Jahre führt die Deutsch-Französische Industrie- und Handelskammer, in Zusammenarbeit mit EY, eine Studie zur Lage deutscher Unternehmen in Frankreich und deren Sicht auf die Wirtschaftslage des Landes durch. Dazu wurden diesen Sommer eine quantitative Umfrage und qualitative Interviews mit Führungskräften durchgeführt.

Die Studie können Sie HIER runterladen.

KONTAKT:
Alexandra Seidel-Lauer, Deutsch-Französische Industrie- und Handelskammer aseidel(at)francoallemand.com, Tel.: 01 40 58 35 91

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