Pressemeldung


17 Oktober 2016

Deutsche Unternehmen in Frankreich:
Wirtschaftslage, Einschätzungen und Erwartungen 2016-2020

 
Die Deutsch-Französische Industrie- und Handelskammer und EY veröffentlichen gemeinsam die 5. Auflage der Studie: „Deutsche Unternehmen in Frankreich: Geschäftslage, Einschätzungen und Erwartungen 2016-2020“. Mit mehr als 3000 deutschen Unternehmen und 445 Investitionsprojekten in Frankreich seit 2011 ist Deutschland der zweitgrößte ausländische Investor. Wie bewerten deutsche Firmen den Standort Frankreich? Wie sehen ihre kurz- und mittelfristigen Prognosen aus? Welches sind die wichtigsten Faktoren, die über den Erfolg auf dem französischen Markt entscheiden? Die Umfrage wurde zwischen Mai und Juli durchgeführt. Sie spiegelt wider, wie deutsche Unternehmen ihre eigene Entwicklung, ihre Erwartungen und die Wirtschaftslage in Frankreich sehen.
 
Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Die Wirtschaftslage hat sich deutlich verbessert. Während 2014 noch 82% der deutschen Firmen die Lage der französischen Wirtschaft als schlecht bis sehr schlecht beurteilten, sind es 2016 „nur“ noch 58%.

  • Für die kommenden 4 Jahre sehen die Unternehmen eine weitere Verbesserung der Wirtschaftslage voraus, allerdings werde dies langsam vonstattengehen.

  • Waren es in 2014 noch 52% der Unternehmen, die die wirtschaftliche Lage der kommenden 6 Monate als schlecht bezeichneten, sind es in 2016 nur noch 30% und mit Blick auf die nächsten 2-4 Jahre sinken die schlechten Erwartungen auf 17%.

  • In einem sich verbessernden wirtschaftlichen Umfeld sehen deutsche Unternehmen eine positivere Entwicklung ihrer Geschäfte voraus:

    -  31% der Unternehmen gehen von einer Verbesserung der eigenen   Geschäftslage in den nächsten 6 Monaten aus, im Vergleich waren es 2014 nur 19%. Weiterhin sehen 46% eine Verbesserung im gesamten nächsten Jahr voraus (10% mehr als 2014) und 53% erwarten, dass sich dieser positive Trend die nächsten 2-4 Jahre fortsetzen wird. Nur 7% prognostizieren eine Verschlechterung der Lage.
     
    -  Die Bewertung der eigenen Unternehmenslage erreicht erstmals wieder Werte aus 2012. 77% bewerten ihre Geschäftslage derzeit mit befriedigend bis gut, eine Verbesserung zu 2014 (69%).

  • Für das Jahr 2017 erwarten 55% der Unternehmen gleichbleibende Gewinne vor Steuern, ein Drittel der Befragten rechnet sogar mit einer Steigerung. 12% rechnen mit einer Verschlechterung innerhalb der nächsten 12 Monate, 3% weniger als noch in 2014. Dieser positive Meinungsumschwung setzt sich fort.   Für 2020 erwarten nur noch 10% der Unternehmen eine Verschlechterung.

  • Die Beschäftigungslage: 59% der deutschen Unternehmen in Frankreich gehen davon aus, dass sie kein zusätzliches Personal einstellen werden. 28% rechnen mit Erhöhungen in den kommenden 6 Monaten. Dieser leicht positive Trend setzt sich fort, immerhin 30% der befragten Unternehmen sehen eine Erhöhung der Arbeitsplätze bis 2018/2020 vor.

  • Produkt- und Servicequalität sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren auf dem französischen Markt, gefolgt von einem guten Kundendienst und dem Preis an dritter Stelle.

  • Export: Etwas mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen exportieren von Frankreich aus ins Ausland. 52% erwarten einen Anstieg ihres Exports in 2-4 Jahren, 2014 waren es nur 46%. Dies unterstreicht, dass ein Standort in Frankreich so auch eventuelle Schwankungen der Binnennachfrage ausgleichen kann.

  • Durch die Schaffung des CICE (Steuererleichterung bei Neueinstellungen) im Jahre 2013 und nur geringen Lohnsteigerungen wurde die Wettbewerbsfähigkeit der französischen Wirtschaft im Bereich der Arbeitskosten im Vergleich zu Deutschland verbessert.

  • Folgende Faktoren haben aus Sicht der Unternehmen derzeit die größten
    Auswirkungen auf ihr Engagement in Frankreich: Höhe der Sozialabgaben, Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal, Höhe der Steuer- und Abgabenlast, die Arbeitsflexibilität und die Beständigkeit von Gesetzen und Regelungen.

  • Würden Sie sich wieder für Frankreich als Investitionsstandort entscheiden? 53% der befragten deutschen Unternehmen beantworten diese Frage mit „ja“. 2014 waren es allerdings noch 68%. Die Zahl der Unentschlossenen steigt auf ein Drittel und 13% würden keine Investition mehr tätigen.

 „Wer die kulturellen und strukturellen Rahmenbedingungen in Frankreich kennt und versteht, kann die vielfältigen Marktchancen erfolgreich nutzen.“ sagt Jörn Bousselmi, Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer.
 
„Deutsche Unternehmen bedauern, dass wirtschaftliche Fragen in Frankreich eher ideologisch, und nicht pragmatisch behandelt werden. Zudem werden eher die Symptome und weniger die Ursachen der Probleme angegangen.“ bemerkt William Zanotti, EY Partner.

Sie können die Studie hier herunterladen.

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Alexandra Seidel-Lauer
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