Brancheninformationen


Frankreich bietet deutschen Unternehmen vor allem in den Branchen der erneuerbaren Energien, Gesundheit, Nahrungsmittelindustrie und Energieeffizienz gute Geschäftschancen. Die Deutsch-Französische Industrie- und Handelskammer stellt daher spezielle Brancheninformationen zur Verfügung. Eine individuelle und umfassende Beratung zu Geschäftsmöglichkeiten erfolgt durch unsere Branchenspezialisten.
 

Erneuerbare Energien in Frankreich

Nachdem Frankreich auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien, verglichen mit seinen europäischen Nachbarn, lange Zeit im Rückstand war, nimmt dieses Thema dort heute eine außerordentlich wichtige Position auf der politischen Agenda ein. Mit der im Mai 2007 gegründeten Umweltgrenelle (Grenelle de l’environnement) wurde in Frankreich erstmals ein Instrument geschaffen, das im Umweltschutz sowie im Energiesektor langfristige Ziele setzt. Seit November 2012 wurde in Frankreich eine umfassende nationale Debatte über die Energiewende geführt, ambitionierte Ziele sind bereits gesetzt, die 2014 in einem Gesetz zur Energiewende münden sollen. 2013 werden noch gut ¾ des Stroms aus Atomkraft generiert. Der Ausbau der erneuerbaren Energien stellt neben der Steigerung der Energieeffizienz einen der Eckpfeiler der Energiewende dar. Der im Juni 2014 vorgelegte Entwurf für ein neues Gesetz zur Energiewende postuliert eine weitere Stärkung der erneuerbaren Energien in Frankreich. Die Förderung soll ausgebaut und die Verfahren zur Genehmigung sollen vereinfacht werden. Eine Verabschiedung ist Ende 2014 oder Anfang 2015 zu erwarten. Einen starken Impuls für die derzeitige Entwicklung des Sektors legte 2008 ein Umweltrat (Grenelle de l'environnement), der Ziele für den Ausbau bis 2020 formulierte und den Förderrahmen mit einem Budget von 440 Mrd. Euro definierte. So soll etwa der Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch bis 2020 auf 23 % erhöht werden. Für den Ausbau der erneuerbaren Energien sieht die Regierung Investitionen in Höhe von 115 Mrd. Euro vor. Frankreich verfügt über bedeutende erneuerbare Energiequellen: Es besteht großes Potential an hydraulischer Energie, Windkraft und Geothermie. Die französische Umweltagentur Ademe sieht in Frankreich das zweitgrößte Windkraftpotenzial in Europa nach dem Vereinigten Königreich. Die Windenergiebranche soll als exportstarke Branche ausgebaut werden. Als größtes Agrarland Europas ist insbesondere auch die Energieerzeugung aus Biomasse vielversprechend. Der französische Markt für Photovoltaik verzeichnete in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum, das 2012 auch aufgrund der reduzierten Einspeisetarife abgenommen hat. Im Jahr 2014 waren in Frankreich rund 325.225 PV-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von rund 4.866 MW. Regional konzentriert sich fast die Hälfte der Kapazitäten auf die drei Regionen PACA, Midi-Pyrénées und Aquitaine.

Ihre Ansprechpartnerin in der AHK Frankreich:



Sophie Cabotte
Tel.+33-1-40583580
Fax+33-1-45754739

 

Gesundheitswesen in Frankreich

 

Zahlen und Fakten zum Gesundheitswesen

Das französische Gesundheitssystem wurde von der WHO als eines der weltweit besten Systeme eingestuft. Laut OECD werden in Frankreich knapp 77 % der Gesundheitsausgaben durch die Sozialversicherung finanziert – damit liegt Frankreich über dem OECD-Durchschnitt von 72 %. Auch im Hinblick auf die Höhe der gesamten nationalen Gesundheitsausgaben liegt Frankreich gut zwei Prozentpunkte über dem OECD Durchschnitt. 2013 betrugen die staatlichen Ausgaben im Gesundheitssystem 3763 Euro pro Kopf, das sind 11,7 % des BIP.

Die Inanspruchnahme medizinischer Dienste und Güter verteilte sich wie folgt:

  • Öffentliche und private Krankenhausdienste (46 %),
  • ambulante Behandlung (26 %), Arzneimittel (19%),
  • Krankentransporte und sonstige medizinische Güter wie Augenoptik, Prothesen, Kleinegeräte und Verbandsmittel (9%). 

 

Der Markt für Medizintechnikprodukte

Der französische Markt für Medizintechnik hatte, einschließlich der Zahnmedizin, laut Schätzung des Fachverbandes Snitem ein Volumen von 20,8 Mrd. Euro. Die gesamten Ausgaben für Gesundheit beliefen sich 2013 auf 247,7 Mrd. Euro. Das sind 2,2% mehr als im Vorjahr und 11,7% des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Anfang 2013 gab es in Frankreich 931 öffentliche und 1.729 private Krankenhäuser. Die Bruttoanlageinvestitionen im Gesundheitssektor lagen 2013 mit etwa 9,0 Mrd. Euro um 2,1% unter dem Wert des Vorjahres.Die angespannte Haushaltslage in Frankreich zwingt zu weiteren Einsparungen. Nach den Vorstellungen des Gesundheitsministeriums werden den öffentlichen Krankenhäusern in den kommenden Jahren nur noch jeweils 4,5 Mrd. Euro für Investitionen zur Verfügung stehen.Der französische Import von Medizintechnik ist 2013 angestiegen. Gegenüber dem Jahr davor nahm die Einfuhr leicht um 1,9% auf 7,87 Mrd. Euro zu. Die Handelsbilanz blieb 2013 bei einem Export von 6,38 Mrd. Euro defizitär. Gegenüber 2012 verringerte sich die Ausfuhr um 0,9%.Deutsche Anbieter lieferten 2013 Medizintechnik im Wert von 1,24 Mrd. Euro nach Frankreich. Das sind 8,3% mehr als im Vorjahr. In der Rangfolge stand Deutschland 2013 mit einem Importanteil von 15,8% an zweiter Position hinter der Schweiz (17,2%). Den höchsten Einfuhranteil verzeichnete Deutschland bei zahnmedizinischen Ausrüstungen mit 40,3%.Insgesamt sind in Frankreich über Tauschend Hersteller von Medizintechnik tätig, davon 820 mit Aktivitäten in Forschung & Entwicklung, Produktion oder beidem. Die restlichen Firmen haben eine reine Handelsfunktion und sind zu 90% Vertretungen ausländischer Konzerne. Die Unternehmenslandschaft ist von klein- und mittelständischen Unternehmen geprägt: 94% der Firmen haben weniger als 250 Beschäftigte. Dennoch wird circa ein Drittel des Gesamtumsatzes von den Top 10 der Branche generiert. Diese sind stark international geprägt: 7 der Top 10 Unternehmen der Medizintechnikbranche sind Ableger ausländischer Konzerne (aus den USA, Deutschland, der Schweiz, Japan). Geographisch sind die meisten Unternehmen in der Region Île-de-France und in der Region Rhônes-Alpes zu finden. In ihren Unternehmensaktivitäten konzentrieren sich französische Hersteller von Medizintechnikprodukten auf die Fertigung von technischen Hilfsmitteln, minimalinvasive Chirurgie, Bilddiagnostik und In-Vitro-Diagnostikverfahren. Gesteigerte Aufmerksamkeit erhält derzeit die additive Fertigung von Prothesen und Implantaten.Gute Marktchancen für deutsche Unternehmen bestehen vor allem in den Bereichen Diagnostik, Rehabilitation, Chirurgie, medizinische Hilfsmittel, Intensivpflege und Hygiene.

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Wally Lindermeir
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Fax+33-1-45754739
 

Nahrungsmittelindustrie in Frankreich

Die französische Nahrungsmittelindustrie muss auch 2013 mit sinkender Produktion rechnen. Bereits im Jahr davor war ein Minus von 1,0% zu beobachten. Steigende Preise sorgten dennoch für ein Umsatzplus von über 2%. Das nur bescheidene Exportwachstum, eine wachsende Zahl von Konkursen und kleiner werdende Margen deuten auf eine zunehmende Anspannung in der Branche.Über 160 Mrd. Euro hat die Ernährungswirtschaft 2013 in Frankreich nach Angaben des Fachverbandes ANIA (Association Nationale des Industries Alimentaires) umgesetzt, 2,3% mehr als im Vorjahr. Bei einer insgesamt um 0,5% zurückgegangenen Nachfrage nach Lebensmitteln vor allem ein Effekt steigender Preise und noch wachsender Exporte. Die Nahrungsmittelbranche bleibt damit die umsatzstärkste Industriesparte in Frankreich, so ANIA weiter, sowie mit 495.000 Arbeitskräften der größte industrielle Arbeitgeber. Der Zustand der circa 13.000 Unternehmen ist jedoch geschwächt. Insbesondere steigende Rohstoffpreise sorgten für eine Verschlechterung der durchschnittlichen Margen um 14% seit 2008. Die konjunkturelle Schwäche in traditionellen Abnehmerländern in Europa ist zusammen mit der Einseitigkeit der Ausfuhren insgesamt ("Wein und Käse") für die nur gebremste Dynamik im Außenhandel verantwortlich. Im Verlauf der letzten zehn Jahre ist Frankreich vom zweitgrößten Nahrungsmittelexporteur der Welt auf Rang fünf abgesunken.Deutschland liefert rund ein Viertel der Ausrüstungen  Bei der Einfuhr von Nahrungsmittelmaschinen zeigt sich eine deutlich positive Tendenz lediglich bei den Maschinenteilen, was darauf hindeutet, dass in Frankreich derzeit vor allem auf Erhaltung des bestehenden Produktionsapparates gesetzt wird. Der Umfang von kompletten Neuanschaffungen geht demgegenüber zurück, Spiegel der bei vielen Unternehmen angespannten Finanzlage. Ein gleichmäßigeres Bild herrscht bei der Einfuhr von Verpackungsmaschinen vor.

Ihre Ansprechpartnerin in der AHK Frankreich:



Martina Mousseau
Tel.+49 (0)30 206 790 41
Fax +49 (0)30 206 790 43

 

Energieeffizienz / Energieeinsparung in Frankreich

Die Senkung des Energieverbrauchs durch eine effizientere und nachhaltigere Nutzung gehört ebenso zu den Strategien der französischen Energiepolitik wie ein verstärkter Einsatz erneuerbarer Energien. Um das europäische Ziel einer 20-prozentigen Erhöhung der Energieeffizienz bis 2020 zu erreichen, ist Handeln gefragt. Am Anfang steht die Bestandsaufnahme in einem Energieaudit, das bis zum 5.12.15 alle größeren Unternehmen durchgeführt haben müssen. Steigende Bedeutung wird in Zukunft einem umfassenderen Ökodesign von Produkten und Herstellungsverfahren zukommen.  Großes Energieeinsparpotenzial besteht neben der Industrie vor allem im Gebäudesektor, auf den in Frankreich gut 43 % des Energieverbrauchs entfallen. Dem Gebäudebestand sowie dem Neubau kommt dabei gleichermaßen eine Schlüsselrolle zu. Ehrgeizige Ziele wurden bereits gesetzt und umfassende Maßnahmen zu ihrer Erreichung beschlossen: im bestehenden Gebäudepark etwa soll der Energieverbrauch bis 2020 um mindestens 38 % reduziert werden. Hierfür sind energetische Renovierungen von jährlich 500.000 Wohnungen und darüber hinaus 800.000 Sozialwohnungen mit den derzeit geringsten Energiestandards vorgesehen. Die deutliche Senkung des Verbrauchs von Neubauten auf maximal 50 kWh/(m²a) ab 2013 bis zu einer positiven Energiebilanz ab 2020, wie in der Wärmeverordnung RT 2012 vorgesehen, stellt den Wohnungsbausektor vor eine besondere Herausforderung. Zur Verringerung des Energieverbrauchs ist neben einer guten Wärmedämmung eine verbesserte, energieeffiziente Gebäudetechnik von großer Bedeutung. Als Markt- und Innovationsführer genießt Deutschland hier in vielen Ländern hinsichtlich qualitativ hochwertiger, technischer Produkte und Umsetzungs-Know-how einen hervorragenden Ruf. Frankreich bietet deutschen Unternehmen beste Absatzmöglichkeiten im Bereich des nachhaltigen Bauens, da die Kompetenz in energieeffizienten Technologien und Baustrategien in Frankreich noch nicht so weit fortgeschritten und ein großes Marktpotenzial noch nicht ausgeschöpft ist.

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Wally Lindermeir
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